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Die Ukraine im 20. Jahrhundert. Geschichte eines transnationalen Nationalstaats

Dozent/in

Angaben

Zeit und Ort:

  • Einzeltermin am 27.10.2017 18:00-20:00
  • Einzeltermin am 10.11.2017 18:00-20:00
  • Einzeltermin am 25.11.2017 10:00-17:00
  • Einzeltermin am 09.12.2017 10:00-17:00
  • Einzeltermin am 13.01.2018 10:00-17:00
  • Einzeltermin am 03.02.2018 10:00-17:00

Inhalt

Nach Russischer Revolution und Bürgerkrieg (1917-1921) entstand zum ersten Mal in der Geschichte ein ukrainischer Staat, freilich nicht in jener völligen Autarkie, wie es sich ukrainische Intellektuelle, Aktivisten und Nationalisten vorgestellt hatten, sondern als eine Sowjetrepublik im Rahmen der moskaudominierten Sowjetunion. Die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik war ein multiethnisch besiedeltes Gemeinweisen, aufgrund der imperialen Vorgeschichte des Territoriums stark russisch geprägt, so dass die sowjetische Führung überhaupt erst Anstrengungen unternehmen musste, die Ukrainizität des Landes im Sinne einer „freien Entfaltung" aller Nationalitäten der Sowjetunion zu befördern. Dennoch etablierte sich die sowjetische Ukraine als ein Staat mit transnationalem Charakter, bei dem es insbesondere zwischen Russen und Ukrainer häufig zu kulturellen Überschneidungen und Ununterscheidbarkeiten kam. Dass die Ukrainische Sowjetrepublik dabei ungeachtet jener Transnationalität stets ein explizit ukrainischer Unionsteil blieb, schien 1991 den angestrebten nationalstaatlichen Neubeginn zu erleichtern. Welche Herausforderungen freilich das nationalstaatliche Postulat für eine transnationale Gesellschaft bereithalten kann, ist seit etwa zwei Jahren auf dramatische Weise zu beobachten. Das Hauptseminar will die insgesamt wenig beachtete Geschichte der Ukraine im 20. Jahrhundert in den Blick nehmen – von den Zwanziger Jahren über die Stalin-Zeit, das „Tauwetter" und die Periode der „Stagnation" bis hin zur Gründung einer zentralistisch verfassten unabhängigen Ukraine im Jahre 1991 und den folgenden Jahren vor und nach der Jahrtausendwende. Damit soll auch Gelegenheit gegeben werden, die gegenwärtigen Probleme dieses Landes besser zu verstehen.